Was verdient man bei der Bundeswehr? Gehalt, Ausbildung und Neuer Wehrdienst 2026
Wie viel kannst du bei der Bundeswehr verdienen? Erfahre mehr über den Freiwilligen Wehrdienst, Besoldung und Gehälter.
Wer bei der Bundeswehr arbeitet, übernimmt Verantwortung – und erhält dafür ein geregeltes Einkommen. Wie hoch das Bundeswehr-Gehalt tatsächlich ist, lässt sich pauschal nicht sagen, denn der Verdienst hängt von der Laufbahn, dem Dienstgrad, der Erfahrung und der persönlichen Lebenssituation ab. Wir zeigen dir, womit du beim Neuen Wehrdienst, während einer Ausbildung und in den verschiedenen militärischen Laufbahnen rechnen kannst.
Bundeswehr Gehalt: Wovon hängt der Verdienst ab?
Bei der Bundeswehr arbeiten Menschen in ganz unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen. Soldatinnen und Soldaten erhalten eine gesetzlich geregelte Besoldung. Für zivile Auszubildende und Tarifbeschäftigte gelten dagegen die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes. Beamtinnen und Beamte unterliegen wiederum der Bundesbesoldungsordnung.
Wie hoch dein persönlicher Bundeswehr Verdienst ausfällt, bestimmen vor allem diese Faktoren:
- deine militärische oder zivile Laufbahn
- dein Dienstgrad beziehungsweise deine Entgelt- oder Besoldungsgruppe
- deine Erfahrungsstufe und bisherige Dienstzeit
- mögliche Familienzuschläge
- besondere Aufgaben, Belastungen oder Auslandseinsätze
Die genannten Beträge bieten deshalb eine gute Orientierung, sind aber keine persönliche Gehaltsberechnung.
Neuer Wehrdienst 2026: 2.600 Euro brutto zum Einstieg
Seit dem 1. Januar 2026 gelten die Regelungen für den Neuen Wehrdienst. Der Dienst bleibt grundsätzlich freiwillig – Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 müssen jedoch an der Wehrerfassung teilnehmen und den Fragebogen beantworten. Die Pflicht zur Erfassung ist also nicht mit einer allgemeinen Wehrpflicht gleichzusetzen.
Freiwilliger Wehrdienst: Gehalt für sechs bis elf Monate
Wenn du Freiwilligen Wehrdienst leistest, entscheidest du dich für eine Dienstzeit von sechs bis elf Monaten. Dabei beträgt das Gehalt im niedrigsten Dienstgrad aktuell 2.600 Euro brutto pro Monat. Mit der ersten Beförderung steigt der monatliche Betrag: Gefreite erhalten 2.630 Euro, Obergefreite 2.650 Euro brutto.
Verpflichtest du dich für mindestens zwölf Monate, wechselst du in den Status Soldatin oder Soldat auf Zeit. Die Bundeswehr nennt dafür zum Einstieg rund 2.700 Euro brutto monatlich. Wer 2026 neu startet und mindestens zwölf Monate dient, kann unter bestimmten Voraussetzungen außerdem einen Zuschuss zum Führerschein erhalten – bis zu 3.500 Euro für den Pkw-Führerschein oder bis zu 5.000 Euro für den Lkw-Führerschein.
Soldat Gehalt: So entwickelt sich die Besoldung
Für Soldatinnen und Soldaten bilden der Dienstgrad und die Erfahrungsstufe die Grundlage der Bezahlung. Mit Beförderungen und wachsender Erfahrung steigt in der Regel auch das Einkommen. Zusätzlich können Familienzuschläge, Stellenzulagen oder Vergütungen für besondere Belastungen hinzukommen.
Gehalt in der Mannschaftslaufbahn
In der Mannschaftslaufbahn liegt das monatliche Bruttogehalt zum Einstieg als Schütze, Flieger oder Matrose bei rund 2.700 Euro.
Gefreite bzw. Obergefreite erhalten rund 2.750 Euro, Hauptgefreite etwa 2.770 Euro. Mit zunehmender Dienstzeit kann der Betrag weiter steigen: Für Stabsgefreite nennt die Bundeswehr beispielsweise ein Gehalt von etwa 2.900 Euro.
Gehalt als Feldwebel
Auch während der Feldwebelausbildung zahlt dir die Bundeswehr bereits reguläre Dienstbezüge. Je nach erreichtem Dienstgrad liegen die Bruttobezüge zu Beginn bei rund 2.700 Euro und steigen während der Ausbildung auf knapp 3.000 Euro.
Nach der Ausbildung bewegt sich das Feldwebel-Gehalt in einer typischen Besoldungs- und Erfahrungsstufe bei etwa 3.000 bis 3.200 Euro brutto. Hauptfeldwebel erreichen nach entsprechender Dienstzeit rund 3.600 bis 3.750 Euro.
Gehalt in der Offizierslaufbahn
Auch in der Offizierslaufbahn erhältst du bereits während der Ausbildung beziehungsweise des Studiums deine Dienstbezüge. Als Leutnant liegt das monatliche Bruttogehalt nach der erforderlichen Dienstzeit bei etwa 3.450 bis 3.600 Euro. Mit weiteren Beförderungen wächst der Verdienst deutlich. Oberstleutnante erhalten beispielsweise rund 3.900 bis 4.150 Euro, Hauptleute etwa 4.700 bis 5.300 Euro brutto.
Bundeswehr Ausbildung: Gehalt in zivilen Berufen
Eine Ausbildung muss nicht zwangsläufig in Uniform stattfinden, denn die Bundeswehr bildet auch in zahlreichen zivilen Berufen aus – unter anderem in Verwaltung, IT, Technik, Handwerk und Medizin. Für diese Ausbildungen gelten andere Gehaltsregeln als für militärische Laufbahnen.
Das Gehalt einer zivilen Bundeswehr-Ausbildung liegt nach aktuellen Beispielwerten im ersten Ausbildungsjahr bei 1.368 Euro brutto. Im zweiten Jahr steigt es auf 1.418 Euro, im dritten auf 1.464 Euro. Dauert die Ausbildung vier Jahre, erhalten Auszubildende im vierten Jahr rund 1.528 Euro brutto. Die tatsächliche Vergütung richtet sich nach dem geltenden Tarifvertrag und kann je nach Ausbildung und persönlicher Situation abweichen.
Der wichtigste Unterschied: Entscheidest du dich für eine militärische Laufbahn, bekommst du während deiner militärischen Ausbildung keine klassische Azubivergütung. Du erhältst von Beginn an deine Dienstbezüge als Soldatin oder Soldat.
Warum bei Soldaten oft mehr Netto übrig bleibt
Beim Vergleich mit einem Gehalt in der freien Wirtschaft solltest du nicht nur auf den Bruttobetrag schauen. Soldatinnen und Soldaten zahlen Lohnsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer, sind aber nicht sozialversicherungspflichtig, da die Bundeswehr die truppenärztliche Versorgung übernimmt. Dadurch bleibt häufig vergleichsweise viel Netto vom Brutto übrig.
Je nach Status und Verwendung kommen weitere Leistungen hinzu. Während des Neuen Wehrdienstes ist die Unterkunft in der Kaserne grundsätzlich kostenfrei. Uniform und Ausrüstung stellt die Bundeswehr ebenfalls unentgeltlich bereit. Zudem dürfen Soldatinnen und Soldaten in Uniform kostenlos mit der Bahn fahren. Die Verpflegung in der Truppenküche ist vergünstigt, aber nicht generell kostenlos.
Zulagen können den Verdienst erhöhen
Das Grundgehalt ist nicht immer der Endbetrag. Wer nachts oder an Sonntagen arbeitet, besondere Verantwortung trägt oder körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt ist, kann zusätzliche Zahlungen erhalten. Auch für bestimmte Funktionen und Auslandseinsätze sind Zulagen möglich. Da diese von der konkreten Tätigkeit abhängen, solltest du sie nicht fest in dein Einstiegsgehalt einplanen.
Lohnt sich eine Karriere bei der Bundeswehr finanziell?
Ob Neuer Wehrdienst, militärische Laufbahn oder zivile Ausbildung: Die Bundeswehr zahlt nach transparenten Vorgaben und bietet bereits zum Einstieg ein planbares Einkommen. Besonders der Neue Wehrdienst macht den Arbeitgeber 2026 für Schulabgängerinnen und Schulabgänger interessant: Mit mindestens 2.600 Euro brutto liegt das Einstiegsgehalt deutlich über einer klassischen Ausbildungsvergütung.
Geld allein sollte deine Entscheidung trotzdem nicht bestimmen. Der Dienst in Uniform bringt besondere Pflichten, körperliche Anforderungen und möglicherweise längere Abwesenheiten mit sich. Wenn du Verantwortung übernehmen möchtest, gerne im Team arbeitest und einen sicheren Arbeitgeber suchst, kann eine Bundeswehr-Karriere jedoch fachlich und finanziell attraktiv sein.
Stand der Gehaltsangaben: September 2026. Alle Beträge sind gerundete beziehungsweise von der Bundeswehr veröffentlichte Beispielwerte und können im Einzelfall abweichen.
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