Bundeswehr nach der Schule: FWD, SaZ, Ausbildung oder Studium?
Du bist bald fertig mit der Schule und interessierst dich für eine Karriere bei der Bundeswehr? Entdecke deine Möglichkeiten nach der Schule: FWD, SaZ, Ausbildung oder Studium.
Die Schule ist bald geschafft und du bist dir noch nicht sicher, wie es weitergehen soll? Wenn du dich für eine Karriere bei der Bundeswehr interessierst, hast du deutlich mehr Möglichkeiten als nur den klassischen Einstieg als Soldatin oder Soldat. Du kannst zunächst für einige Monate Wehrdienst leisten, dich länger als Soldatin oder Soldat auf Zeit verpflichten, eine zivile Ausbildung beginnen oder direkt ins Studium starten.
Welche Bundeswehr-Karriere zu dir passt, hängt vor allem von deinem Schulabschluss, deinen Interessen und der Frage ab, wie lange du dich binden möchtest. Wir zeigen dir, welche Möglichkeiten du bei der Bundeswehr nach der Schule hast und welcher Einstieg für dich interessant sein könnte.
Erst einmal ausprobieren: Freiwilliger Wehrdienst
Du findest die Bundeswehr spannend, weißt aber noch nicht, ob der Soldatenberuf wirklich etwas für dich ist? Dann kann der Freiwillige Wehrdienst, kurz FWD, ein guter Einstieg sein. Du verpflichtest dich für sechs bis elf Monate und lernst den militärischen Alltag aus erster Hand kennen. Voraussetzung sind unter anderem die erfüllte Vollzeitschulpflicht und die deutsche Staatsangehörigkeit. Mit 17 Jahren ist der Einstieg mit Zustimmung deiner Erziehungsberechtigten möglich.
Zu Beginn absolvierst du eine militärische Grund- beziehungsweise Basisausbildung. Danach arbeitest du in einer Einheit mit und bekommst einen deutlich realistischeren Eindruck vom Soldatenberuf, als es bei einem Praktikum möglich wäre. Gerade wenn du nach der Schule noch nicht sofort eine langfristige Entscheidung treffen möchtest, kannst du den FWD nutzen, um herauszufinden, ob dir das Leben in der Bundeswehr liegt.
Und wenn es dir gefällt? Dann muss nach einigen Monaten nicht Schluss sein. Bei entsprechender Eignung kannst du anschließend weitere Möglichkeiten für eine militärische Karriere prüfen.
SaZ: Wenn du länger Soldatin oder Soldat sein möchtest
Du weißt schon ziemlich sicher, dass du mehrere Jahre bei der Bundeswehr bleiben möchtest? Dann kommt eine Verpflichtung als Soldatin oder Soldat auf Zeit (SaZ) infrage. Wichtig dabei: SaZ ist keine eigene Laufbahn, sondern beschreibt dein Dienstverhältnis. Innerhalb dieses Dienstverhältnisses kannst du beispielsweise in der Mannschafts-, Unteroffizier-, Feldwebel- oder Offizierlaufbahn tätig sein.
Wie lange du dich verpflichtest, hängt deshalb stark davon ab, welche Laufbahn und welchen Beruf du wählst. In der Mannschaftslaufbahn ist beispielsweise ein Einstieg als SaZ mit vergleichsweise kurzer Verpflichtungszeit möglich, während Feldwebel und Offiziere wegen ihrer umfangreichen Ausbildung in der Regel deutlich länger bei der Bundeswehr bleiben. Für Feldwebel nennt die Bundeswehr je nach Laufbahn und Ausbildung häufig mehrjährige Verpflichtungszeiten bis in den zweistelligen Jahresbereich. Auch bei Offizieren ist eine längerfristige Bindung üblich.
Dafür bekommst du eine umfassende militärische und fachliche Ausbildung und kannst Schritt für Schritt mehr Verantwortung übernehmen. Ob Panzertruppe, IT, Logistik, Technik, Sanitätsdienst, Marine oder Luftwaffe: Die Auswahl an möglichen Verwendungen ist groß.
Ausbildung bei der Bundeswehr: Karriere ohne Uniform
Bundeswehr bedeutet nicht automatisch Uniform. Wenn du einen Beruf lernen möchtest, aber keinen militärischen Dienst leisten willst, kannst du dich auch für eine zivile Ausbildung entscheiden. Die Bundeswehr bildet in zahlreichen anerkannten Berufen aus, beispielsweise in Verwaltung, IT, Technik, Handwerk, Logistik und im medizinischen Bereich.
Das Prinzip kennst du von anderen Arbeitgebern: Du arbeitest praktisch in einer Dienststelle oder Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr und besuchst parallel die Berufsschule. Eine Grundausbildung an der Waffe gibt es für zivile Auszubildende nicht. Nach erfolgreichem Abschluss hast du einen anerkannten Berufsabschluss, den du grundsätzlich auch außerhalb der Bundeswehr nutzen kannst.
Interessant ist dieser Weg zum Beispiel, wenn dich die Bundeswehr als Arbeitgeber reizt, du aber lieber im Büro, an Maschinen, in einer Werkstatt oder im IT-Bereich arbeiten möchtest. Auch eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten beziehungsweise zum Verwaltungsfachangestellten ist möglich.
Studium bei der Bundeswehr: Mit oder ohne Uniform
Wenn du nach dem Abitur oder Fachabitur studieren möchtest, stehen dir ebenfalls verschiedene Wege offen. Besonders bekannt ist die Offizierslaufbahn mit Studium. Dabei wirst du Soldatin oder Soldat, durchläufst die militärische Offiziersausbildung und studierst in der Regel an einer der Universitäten der Bundeswehr. Möglich sind zahlreiche Studienrichtungen, von technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern bis zu Sozialwissenschaften, Psychologie oder Medizin. Für die klassische Offizierslaufbahn mit Studium wird mindestens die Fachhochschulreife vorausgesetzt.
Aber auch hier gilt: Ein Studium bei der Bundeswehr bedeutet nicht zwangsläufig eine Soldatenlaufbahn. Die Bundeswehr bietet ebenfalls zivile duale Studienmöglichkeiten an. Dabei verbindest du Hochschulphasen mit praktischen Abschnitten und kannst beispielsweise eine Laufbahn in der Bundeswehrverwaltung oder in technischen Bereichen einschlagen.
Du solltest dich also nicht nur fragen, ob du studieren möchtest, sondern auch, ob du Soldat bzw. Soldatin werden möchtest. Wenn du diese Fragen für dich beantwortet hast, lässt sich die Auswahl schon deutlich eingrenzen.
Welcher Schulabschluss für welche Option?
Bundeswehr mit Hauptschulabschluss: Welche Möglichkeiten hast du?
Auch eine Bundeswehr Karriere mit Hauptschulabschluss ist möglich. Für die Mannschaftslaufbahn musst du lediglich die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben. Mit einem Hauptschulabschluss erfüllst du außerdem die schulische Voraussetzung für die Unteroffizierlaufbahn. Für die Feldwebellaufbahn reicht ein Hauptschulabschluss allein dagegen normalerweise nicht aus. Dafür benötigst du zusätzlich eine abgeschlossene Berufsausbildung, oder alternativ die Mittlere Reife.
Auch im zivilen Bereich stehen dir Möglichkeiten offen. Für verschiedene Ausbildungsberufe genügt ein Hauptschulabschluss. Bei der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten beziehungsweise zum Verwaltungsfachangestellten nennt die Bundeswehr beispielsweise ausdrücklich den Hauptschulabschluss als Voraussetzung.
Bundeswehr mit Realschulabschluss: besonders viele Möglichkeiten
Mit der Mittleren Reife stehen dir noch mehr Türen bei der Bundeswehr offen. Wer zur Bundeswehr mit Realschulabschluss möchte, kann grundsätzlich in die Mannschafts- oder Unteroffizierlaufbahn einsteigen und erfüllt außerdem die schulische Voraussetzung für die Feldwebellaufbahn. Damit stehen dir viele militärische Fach- und Führungsaufgaben offen. Auch für zahlreiche zivile Ausbildungsberufe ist die Mittlere Reife eine gute Grundlage. Gerade in technischen, kaufmännischen oder verwaltenden Berufen können zusätzlich gute Leistungen in Deutsch, Mathematik oder naturwissenschaftlichen Fächern wichtig sein.
Wenn du später noch weiterkommen möchtest, ist dein erster Einstieg außerdem nicht zwingend das Ende deiner Entwicklung. Innerhalb der militärischen Laufbahnen gibt es Möglichkeiten, sich weiterzuqualifizieren und bei entsprechender Eignung in eine höhere Laufbahn aufzusteigen.
Bundeswehr mit Abitur: Ausbildung oder Studium?
Nur weil du das Abitur bestanden hast und zur Bundeswehr gehen möchtest, musst du nicht automatisch studieren. Wenn du lieber praktisch arbeitest, kannst du dich genauso für einen FWD, eine militärische Laufbahn oder eine zivile Ausbildung entscheiden. Dein Abitur eröffnet dir lediglich zusätzliche Möglichkeiten.
Besonders interessant könnte eine Offizierslaufbahn mit Studium für dich sein. Hier kombinierst du die akademische Ausbildung mit militärischer Führungsausbildung. Solltest du allerdings keinen Soldatenberuf anstreben, können die zivilen dualen Studiengänge der Bundeswehr eine Alternative für dich sein.
FWD, SaZ, Ausbildung oder Studium: Was passt zu dir?
Wenn du gerade erst aus der Schule kommst, musst du noch nicht deinen kompletten Berufsweg für die nächsten 20 Jahre kennen. Hilfreicher ist es, dir ein paar grundlegende Fragen zu stellen:
- Du möchtest die Bundeswehr erst kennenlernen? Dann kann der FWD interessant sein.
- Du möchtest Soldatin oder Soldat werden und dich länger verpflichten? Dann solltest du dir die verschiedenen SaZ-Laufbahnen genauer ansehen.
- Du möchtest einen anerkannten Beruf lernen, aber nicht Soldatin oder Soldat werden? Dann passt möglicherweise eine zivile Ausbildung zu dir.
- Du hast Fachabitur oder Abitur und möchtest studieren? Dann kommen sowohl die Offizierslaufbahn mit Studium als auch zivile Studienwege infrage.
Schau bei deiner Berufswahl nicht nur auf deinen Schulabschluss, sondern vor allem auch auf deine Interessen. Ob Bundeswehr mit Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder Bundeswehr mit Abitur: Wenn du nach der Schule noch unsicher bist, kann ein kürzerer militärischer Einstieg eine Möglichkeit sein, die Bundeswehr kennenzulernen. Weißt du bereits, dass du Soldat oder Soldatin werden möchtest, kannst du dir verschiedene Laufbahnen und SaZ-Verwendungen ansehen. Möchtest du bei der Bundeswehr arbeiten, ohne eine Uniform zu tragen, stehen dir zivile Ausbildungen und Studiengänge offen.
Eine Bundeswehr-Karriere muss nicht dem Weg entsprechen, den du vielleicht zuerst im Kopf hattest. Vielleicht entdeckst du bei deiner Suche sogar einen Beruf, von dem du bislang gar nicht wusstest, dass es ihn bei der Bundeswehr gibt.
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