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Über die Bundeswehr

Über die Bundeswehr

Zahlen, Daten, Fakten

Aufbau und Organisation

Wann wurde die Bundeswehr gegründet?

Als Gründungstag der Bundeswehr gilt der 12. November 1955. An diesem Tag erhielten die ersten 101 Freiwilligen ihre Ernennungsurkunden als Soldaten.

Welches Logo hat die Bundeswehr?

Das Logo der Bundeswehr ist ein schwarzes Kreuz mit weißer Umrandung (Tatzenkreuz), das als Hoheitszeichen unter anderem auf Fahrzeugen, Flugzeugen, Schiffen und Uniformen verwendet wird. Es geht zurück auf das Eiserne Kreuz aus dem Jahr 1813 und hat eine lange militärische Tradition. Seit 1956 dient das Kreuz in seiner jetzigen Form als offizielles Symbol der deutschen Streitkräfte.

Wer hat die Befehls- und Kommandogewalt über die Bundeswehr?

In Friedenszeiten liegt die Befehls- und Kommandogewalt über die Bundeswehr nach Art. 65a des Grundgesetzes beim Bundesminister bzw. bei der Bundesministerin der Verteidigung. Diese Person wird auch als Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt (IBuK) bezeichnet. Im Verteidigungsfall geht diese Verantwortung gemäß Art. 115b des Grundgesetzes auf den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin über.

Wer ist für die militärische Führung der Bundeswehr verantwortlich?

Die militärische Führung der Bundeswehr obliegt dem Generalinspekteur der Bundeswehr. Als ranghöchster Soldat der Bundeswehr ist er truppendienstlicher Vorgesetzter aller Soldatinnen und Soldaten und verantwortlich für die Planung und Führung der Streitkräfte. Außerdem berät er die Bundesregierung in militärischen Fragen. Die politische Verantwortung und die Befehls- und Kommandogewalt liegen in Friedenszeiten jedoch beim Bundesminister oder der Bundesministerin der Verteidigung und im Verteidigungsfall beim Bundeskanzler bzw. der Bundeskanzlerin.

Wo befindet sich der Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung?

Der erste Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung befindet sich auf der Hardthöhe in Bonn. Zusätzlich gibt es einen zweiten Dienstsitz im Bendlerblock in Berlin.

Welche Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche gehören zur Bundeswehr?

Zu den militärischen Organisationsbereichen der Bundeswehr zählen die vier Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe, Marine und Cyber- und Informationsraum sowie der Unterstützungsbereich. Die zivilen Organisationsbereiche der Bundeswehr umfassen die Bundeswehrverwaltung (mit den Abteilungen „Personal“, „Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung“ sowie „Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen“), die Rechtspflege und die Militärseelsorge.

Wie viele Soldatinnen und Soldaten dienen in der Bundeswehr?

Derzeit leisten rund 186.000 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst in der Bundeswehr. Zusätzlich arbeiten mehr als 81.000 zivile Beschäftigte für die Bundeswehr. Zusammen sorgen sie dafür, dass die Streitkräfte ihre Aufgaben im In- und Ausland erfüllen können. Die genaue Personalstärke wird vom Bundesministerium der Verteidigung regelmäßig aktualisiert und veröffentlicht.

Auftrag und Aufgaben

Welche Aufgaben hat die Bundeswehr?

Der Auftrag der Bundeswehr ergibt sich aus Art. 87a des Grundgesetzes: „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf.“ Im Einzelnen resultieren daraus Aufgaben wie die Landes- und Bündnisverteidigung sowie die Teilnahme an internationalen Einsätzen zur Friedenssicherung. Außerdem unterstützt sie auf gesetzlicher Grundlage bei Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen im Inland.

Darf die Bundeswehr auch im Inland eingesetzt werden?

Ja, die Bundeswehr darf auch im Inland eingesetzt werden – allerdings nur in vom Grundgesetz geregelten Ausnahmefällen. Dazu gehören vor allem die Amtshilfe, die Unterstützung bei Naturkatastrophen oder besonders schweren Unglücksfällen sowie der innere Notstand unter den Voraussetzungen des Grundgesetzes. Im Normalfall übernimmt die Bundeswehr dabei keine polizeilichen Aufgaben.

Was versteht man unter der „Nationalen Sicherheitsstrategie“?

Die Nationale Sicherheitsstrategie der Bundesregierung beschreibt die Leitlinien und Ziele der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Als zentrales sicherheitspolitisches Grundlagendokument hat es das zuletzt 2016 erschienene Weißbuch abgelöst, das unter Federführung des Bundesministeriums der Verteidigung erschien.

Ausbildung und Karriere

Wie alt muss man für eine Bewerbung bei der Bundeswehr sein?

Für eine militärische Laufbahn bei der Bundeswehr beträgt das Mindestalter 17 Jahre mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten, ansonsten 18 Jahre. Für zivile Stellen ist eine Bewerbung teilweise bereits ab 16 Jahren möglich. Neben dem Mindestalter müssen Bewerberinnen und Bewerber weitere Voraussetzungen erfüllen. Für den militärischen Dienst gehören dazu beispielsweise die gesundheitliche Eignung und die deutsche Staatsangehörigkeit.

Welche Laufbahnen gibt es bei der Bundeswehr?

Bei der Bundeswehr gibt es vier militärische Laufbahnen: Mannschaften, Unteroffiziere, Feldwebel und Offiziere. Jede Laufbahn bietet unterschiedliche Aufgaben, Verantwortungsbereiche und Karrieremöglichkeiten. Welche Laufbahn infrage kommt, hängt unter anderem vom Schulabschluss, der beruflichen Qualifikation und den persönlichen Zielen ab. Innerhalb jeder Laufbahn gibt es zahlreiche Verwendungen und Spezialisierungen.

Wie läuft die Ausbildung bei der Bundeswehr ab?

Jede militärische Laufbahn beginnt mit einer Grundausbildung, in der die wichtigsten soldatischen Fähigkeiten vermittelt werden. In den meisten Teilstreitkräften dauert sie regulär drei Monate und anschließend folgt eine spezialisierte Ausbildung, die auf den späteren Dienstposten vorbereitet. Im Heer gibt es stattdessen eine sechsmonatige Basisausbildung. Zur Ausbildung gehören unter anderem körperliches Training, Schießausbildung, Erste Hilfe, Gefechtsdienst, Rechts- und Wertevermittlung sowie Teamarbeit und Disziplin.

Welchen höchsten Dienstgrad kann man bei der Bundeswehr erreichen?

Der höchste Dienstgrad bei der Bundeswehr ist General bzw. in der Marine Admiral in der Laufbahn der Offiziere. Nur sehr wenige Soldatinnen und Soldaten erreichen diesen Rang, da er mit höchsten Führungsaufgaben verbunden ist. Der ranghöchste Soldat der Bundeswehr ist der Generalinspekteur.

Wurde die Wehrpflicht in Deutschland abgeschafft?

Die Wehrpflicht wurde in Deutschland nicht abgeschafft, sondern zum 1. Juli 2011 ausgesetzt. Das bedeutet, dass derzeit niemand zum Grundwehrdienst eingezogen wird und die Bundeswehr grundsätzlich auf Freiwillige setzt. Der seit dem 1. Januar 2026 geltende neue freiwillige Wehrdienst stellt keine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht dar. Die rechtlichen Grundlagen der Wehrpflicht bestehen jedoch weiterhin.

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