Erfahrungsbericht: Einstellungstest Offizier

Ihren Traum vom Medizinstudium machte Julia* (26) bei der Bundeswehr wahr: Heute ist sie Sanitätsoffiziers-Anwärterin. Hier erzählt Julia über das anspruchsvolle Auswahlverfahren inklusive Einstellungstest, Sporttest und Assessment Center.

In meiner Jugend war ich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr, als eine von nur drei Frauen. Das war aber nie ein Thema, ich konnte mich schon immer gut behaupten. Im Laufe meiner Schulzeit wusste ich dann, dass ich nach meinem Abitur Medizin studieren und Ärztin werden will. Allerdings schreckte mich das lange unbezahlte Studium ab.

Mein Abitur war gut, aber nicht gut genug, um ohne Wartesemester direkt Medizin zu studieren. Darum entschied ich mich für die Bundeswehr. Dabei müssen sich angehende Bundeswehr-Ärzte für 17 Jahre verpflichten. Davon sind sechs Jahre Studium und elf Jahre Dienstzeit. Das nahm ich in Kauf.

Die Bewerbung als Sanitätsoffizierin

In erster Linie bewirbt man sich bei der Bundeswehr als Soldat und nicht als Arzt oder als Pilot. Das wissen viele nicht. Ich selbst erfuhr es erst durch ein Gespräch mit einem Karriereberater. Er kam einmal im Monat ins Rathaus in unserer Kleinstadt.

Ich nutzte die Gelegenheit und fragte ihn nach meinen Chancen und Perspektiven in der Bundeswehr. Er erklärte mir die verschiedenen Laufbahnen und das Studienangebot. Wir sprachen auch über die Dauer der Verpflichtung und über die Auslandseinsätze . Gemeinsam mit dem Karriereberater erstellte ich meine Bewerbung für die Offizierslaufbahn im Sanitätsdienst und das Medizinstudium.

Mein Fahrplan war klar: Ich würde zunächst ein dreitägiges Auswahlverfahren bestehen müssen. Einige Monate danach würde ich in die Bundeswehr eintreten. Am Anfang meiner Karriere stünde die Grundausbildung, danach würde ich Medizin studieren – an einer zivilen Universität. Nach meinem Staatsexamen würde die Offiziersausbildung folgen, ehe ich als fertige Ärztin auf einem Dienstposten eingesetzt werden würde.

Vorbereiten auf das Offizier-Auswahlverfahren

Diese Aussichten machten mich ehrgeizig. Ich wollte das schaffen und diesen Weg gehen. Darum bereitete ich mich extrem gründlich auf das Auswahlverfahren vor: Ich habe mehr Sport gemacht als sonst und viele Aufgaben aus dem Einstellungstest geübt. Außerdem habe ich mir Gedanken gemacht, was ich auf die Fragen des Psychologen antworten könnte. Zum Auswahlverfahren erschien ich dann wie zu einem normalen Bewerbungsgespräch, also in Stoffhose, Bluse und Blazer.

Das Auswahlverfahren fand in Köln statt. Es war etwa sechs Wochen, nachdem ich meine Bewerbung weggeschickt hatte. Ich fuhr mit dem Zug dorthin und war schon während der Fahrt sehr nervös. Im Gepäck hatte ich Kleidung für drei Tage, inklusive Sportklamotten und Sportschuhen. Aus der Einladung zum Auswahlverfahren ging hervor, dass ich im Karrierecenter in einer Stube übernachten und in der Truppenküche essen würde. Bettwäsche und Handtücher sollte ich vor Ort erhalten.

CAT-Einstellungstest, Sporttest und Assessment Center

Die erste Station des Auswahlverfahrens war eine ärztliche Voruntersuchung. Dabei gab ich eine Blutprobe und eine Urinprobe ab. Außerdem wurden meine Körpergröße und mein Körpergewicht gemessen. Anschließend fanden ein Sehtest und ein Hörtest statt. Nachmittags absolvierte ich dann einen mehrstündigen Einstellungstest am Computer: Der CAT-Test war trotz guter Vorbereitung eine Herausforderung für mich. Es ging um Deutsch, Englisch, Mathematik, Logik und Konzentration sowie auch um die Persönlichkeit.

Der zweite Tag des Auswahlverfahrens beinhaltete einen Sporttest und ein Gespräch mit einer Psychologin und einem Offizier. Darüber hinaus prüfte ein Mediziner meine Tauglichkeit für den Dienst in der Bundeswehr.

Am dritten Tag wartete ein Assessment Center: In der Gruppe der Bewerber hielten wir nacheinander einzeln kurze Vorträge. Anschließend führten wir zwei Planspiele durch und diskutierten gemeinsam zum Thema Entwicklungshilfe. Die letzten Stationen waren ein Gespräch mit einem Einplaner und eine Studienberatung. Die Zusage zum Studium kam zwei Monate später per Post.

*Name von der Redaktion geändert



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